Vier Seiten Text bremsen den 1. FC Köln und machen Türoff "fassungslos"
Der 1. FC Köln steht vor Herausforderungen beim Ausbau des Geißbockheims, nachdem ein Gerichtstermin abgesagt wurde. Geschäftsführer Philipp Türoff äußert seine Frustration und betont, dass die Arbeiten am Leistungszentrum trotz der Unsicherheiten fortgesetzt werden müssen.

Die Nachricht, dass der angesetzte Termin vor dem Oberverwaltungsgericht bezüglich des Bebauungsplans für den Ausbau des Kölner Geißbockheims ausfällt, erwischte auch Geschäftsführer Philipp Türoff kalt. Am Zeitplan für den Bau des Leistungszentrums hält der 1. FC Köln aber fest. Erfuhr erst am Vorabend von der Absage des Oberverwaltungsgerichts: FC-Geschäftsführer Philipp Türoff. IMAGO/Jan Huebner
Seinen angedachten Weg zum Oberverwaltungsgericht in Münster konnte - oder eher musste - sich Philipp Türoff sparen. Auch der FC-Geschäftsführer hatte erst am Mittwochabend erfahren, dass die Entscheidung zum Bebauungsplan für den Ausbau des Kölner Geißbockheims kurzfristig vertagt wurde. "Das traf mich wirklich vollkommen überraschend", erklärte Türoff, der mit der Absage "beim besten Willen" nicht gerechnet hatte und entsprechend "fassungslos" war, am Donnerstag. Gerade einmal vier kurzfristig eingereichte Seiten mit Argumenten zum Artenschutzgutachten für den Bebauungsplan sorgen dafür, dass die Kölner weiterhin auf Klarheit warten und sich in der Schwebe befinden. "Nichts ist so elend wie ewige Hängepartien", betonte Türoff. "Wir wollen einfach ans Handeln kommen und dafür muss man die Bedingungen kennen, unter denen man das kann." Eine Situation, die frustriert.
Türoff betont: "Nichts kann jetzt pausieren". "Persönlich bin ich damit gestern Abend schon Holzhacken gegangen", gestand Türoff seinen Ärger, machte aus Vereinssicht aber klar, dass es trotzdem weitergehen müsse. "Nichts von dem, woran wir hier konkret arbeiten, kann jetzt pausieren", untermauerte er mit Blick auf bereits angelaufene Umbauten am bestehenden Geißbockheim und vor allem den Bau des Leistungszentrums. Für die Errichtung des Gebäudes neben dem Franz-Kremer-Stadion, wo aktuell noch ein Trainingsplatz steht, gibt es bereits seit Oktober 2024 grünes Licht. "Wir werden jetzt auch durch den Aufschub dieses Urteils nicht unsere Finalisierung der Planung des Leistungszentrums oder auch den Baubeginn in irgendeiner Weise aufschieben."

Im Hintergrund läuft bereits die operative Arbeit, im nächsten Jahr soll dann "auch sichtbar etwas passieren". Schon aktuell herrscht Trainingsplätze-Mangel. Und das hat wiederum zur Folge, dass den Kölnern, denen es schon jetzt an Trainingsplätzen mangelt, ein weiterer hochfrequentierter Platz wegfällt. "Ob wir das Ding bauen oder nicht, wir haben am Ende des Tages nicht genügend Plätze. Wir müssen schon heute vieles tun, um auszuweichen", erklärte Türoff. "Aber wir können nicht in allem still stehen und uns unserem Schicksal ergeben." Mit einem positiven Urteil am Donnerstag, für das sich die Verantwortlichen "gute Chancen" ausgerechnet hatten, hätte der FC den Druck mit Blick auf die vier angedachten Plätze erhöhen können. "Dafür gibt es eben keine Baugenehmigung auf der Gleueler Wiese und dafür ist der Bebauungsplan höchst relevant."
Nun aber muss sich der Klub weiter gedulden, ausweichen und alternative Lösungen in Angriff nehmen. Der FC will nicht einen Rechtsstreit gewinnen, der FC will Fußballspielen, wie Philipp Türoff abschließend betont.
Wie etwa zusätzliche "Satellitenplätze" außerhalb des Geißbockheims. Der FC hat bereits einen neuen Kunstrasenplatz auf dem Gelände des BC Efferen in Hürth auf eigene Kosten gebaut, der mitgenutzt wird. Am Fort Deckstein und am Haus am See könnten weitere Plätze erneuert und Ausweichmöglichkeiten geschaffen werden. Am Ende hat der Klub vor allem ein großes Anliegen, wie Türoff untermauerte: "Der FC will nicht einen Rechtsstreit gewinnen, der FC will Fußball spielen." Auf der Gleueler Wiese wird das jedoch zeitnah nicht passieren.
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